Körperverbindung im Alltag
Baustein 2: Wirbelsäule mobilisieren und in die Dehnung gehen
Deine Wochen-Challenge
Finde bis zur nächsten Challenge täglich den Raum, über eine oder mehrere der Wirbelsäulen- und Dehnübungen mit deinem Körper in Verbindung zu gehen. (Du kannst optional morgen starten und heute erstmal nur die Einführungsinfos wahrnehmen.)
Erinnerung an die Umsetzungstipps:
- Plane jetzt direkt, wie dir die Umsetzung am besten gelingen kann.
- Lege deine Übung an feste Zeiten oder knüpfe sie an bestehende Routinen.
- Sorge für zuverlässige Reminder, die dich an die Durchführung erinnern.
Einstimmung
Einstimmung zu Wirbelsäule mobilisieren und Dehnung wahrnehmen
Audio als Text lesen
Du findest hier drei Übungen bzw. Programme zur Auswahl. Schau, was dich jeweils gerade anzieht und was dir möglich ist:
Die Cobra-Kind-Kombination mobilisiert die Wirbelsäule in der Streckung und Beugung und dehnt die Vorderseite deines Oberkörpers.
Der Wirbelsäulen-Twist mobilisiert die Wirbelsäule in der Drehung und dehnt umliegende Regionen im Rumpf.
Das Aushängen dekomprimiert die Wirbelsäule, dehnt die Rückenmuskulatur und Beinrückseiten und steuert in der Aufrichtung den Rückenstrecker an. Das ist der Muskel, der links und rechts neben deiner Wirbelsäule entlangläuft und ihr hilft, sich aufzurichten.
Jede Dehnungsposition sollte 60 Sekunden lang gehalten werden. Hier übst du deine Präsenz im Körper und gibst deiner Muskulatur die nötige Zeit, sich zu lösen. Ich leite dich per Video durch die jeweilige Übung. Du kannst live mitmachen und meinem Tempo und Timing folgen oder bei Bedarf immer gern die Pausetaste drücken. Wenn du schon Übung hast, brauchst du meine Anleitung vielleicht gar nicht (mehr).
Wenn du in einer Übung die Position zum ersten Mal einnimmst, kommst du mit Festigkeit und Widerstand in deinen Strukturen in Kontakt. Genau hier beginnt die Verbindung. Ich möchte dich ermutigen, den Zustand deines Körpers wahrzunehmen, ohne ihn zu bewerten. Du darfst hier liebevoll mit dir sein und üben, bei dir zu sein mit allem, was gerade ist.
Deine Atmung ist deine Superpower bei solchen Übungen! Einatmen heißt in die Präsenz und Ausdehnung gehen, Ausatmen heißt Loslassen.
Atme bewusst und möglichst tief ein, um deinem Körper zu signalisieren: Ich bin da. Ich bin hier und ich bin ganz in dieser Übung. Ich nehme wahr, wie sich die Übung gerade anfühlt und ich achte auf deine Grenzen. Wir gehen zusammen in die Bewegung, Dehnung und Lösung. Du wirst beim Einatmen möglicherweise spüren, wie sich die Dehnung verstärkt. So kannst du mit deiner Atmung direkt die Bereiche ansteuern, die sich hier weiten dürfen.
Wenn du in die Dehnung gehst, halten deine Muskeln erstmal fest. Atme bewusst aus und lasse dabei in die gedehnten Bereiche nach und nach los. Spüre, wie dein Körper diesem Loslassen folgt und du von Atemzug zu Atemzug mehr in der Position ankommst. Wenn du eine Position genießt und länger in ihr verweilen möchtest, tu das unbedingt.
Wenn du kannst, führe eine Position zweimal pro Training aus. Ich leite es im Video so an. So kann sich die Dehnung vertiefen und du kannst im zweiten Durchgang bereits spüren, wie dein Körper in der entsprechenden Region elastischer wird.
Vor jeder Dehnübung werden wir eine oder mehrere Aufwärm-Übungen machen. Sie haben den Zweck, uns mental und körperlich auf die anschließende Dehnung vorzubereiten. Wir nehmen Kontakt auf und holen den Körper dort ab, wo er gerade ist - ein wichtiges Prinzip, dass und in diesem Kurs noch mehrmals begegnen wird. Du kannst dieses kleine Zeitfenster für dich nutzen, um einmal aus dem Alltag in deinem Raum für dich anzukommen.
Bereits im Aufwärmen geht es also darum, die Aufmerksamkeit in den Körper zu lenken, sich mit ihm zu verbinden, seinen Zustand wahrzunehmen, erste Bewegungen durchzuführen. Daher sind Aufwärmübungen nicht nur physiologisch sinnvoll, sondern integraler Bestandteil deines Körperverbindungstrainings.
So, und jetzt viel Freude beim Wirbelsäule-Mobilisieren und Dehnen!
WICHTIG:
Gehe in diesen Übungen behutsam und langsam vor. Spüre und dehne die Grenzen deines Körpers, ohne ihn zu überfordern. Indem du meiner Anleitung folgst, erkennst du an, dass du selbst die Verantwortung für eine achtsame Durchführung trägst.
Bitte führe die Übungen nicht aus, wenn du in den betreffenden Regionen verletzt bist oder zu Verletzungen neigst (z.B. Bandscheibenvorfall). Frage im Zweifel deine(n) behandelnden Menschen um Rat.
Wenn dir aus persönlichen Gründen keine der Übungen ausführbar ist, setz dich gern mit mir in Verbindung und wir finden gemeinsam eine Wochenchallenge für dich.
In die Verbindung gehen
Willkommen zurück, [accessally_user_firstname]! Deine Schritte in die Verbindung:
- Wähle die Übung(en), die heute zu dir passt bzw. passen. Du kannst immer dieselbe nehmen oder abwechseln, kombinieren... fühl dich frei.
- Führe die Übung(en) durch, indem du die Video-Anleitung nutzt - oder in deinem eigenen Tempo und Timing.
- (Optional:) Nutze dein Journal, um deine Erfahrungen zu notieren.
Weiterführende Infos
Hast du's gewusst? Es gibt einen Begriff dafür, wie du deinen Körper im Raum und die Stellung seiner Einzelteile zueinander wahrnimmst! Dieser Wahrnehmungsbereich heißt (Achtung, Augen-Zungen-Training inklusive:) “Propriozeption” und dazu gehört zum Beispiel auch das “Empfinden für Schwere, Spannung, Kraft und Geschwindigkeit.” (https://de.wikipedia.org/wiki/Propriozeption)
Unsere Propriozeption ist ein wesentlicher Teilaspekt unseres Körperverbindungserlebens. Sie kann bezogen auf unterschiedliche Körperteile unterschiedlich ausgeprägt sein und sich mit der Zeit verändern. Denn: Unser Nervensystem reagiert auf Erfahrungen, die wir machen und passt sich an.
Das bedeutet für dich, dass deine ganz eigene Propriozeption mit deiner Geschichte zusammenhängt und dass alles seine guten Gründe hat. Dein Nervensystem meint es in jedem Fall gut mit dir und sorgt dafür, dass du überlebst. Und es nimmt sehr aufmerksam wahr, was du ihm mitteilst! Indem du die achtsame Zuwendung zu deinem Körper kultivierst, signalisiert du deinem Nervensystem Sicherheit im Hier und Jetzt. Und das ist eine gute Voraussetzung für deine propriozeptiven Synapsen, sich für Verbindung zu öffnen. Keep going.

Eine persönliche Empfehlung: Yin Yoga ist eine ruhige Yoga-Variante, die mit statischem Dehnen arbeitet. Hier verweilst du länger in einzelnen Positionen und kannst eine tiefe Dehnung und Lösung im gesamten Körper erfahren. Ich erlebe Yin Yoga als tolle Entspannungsform, die meinem Nervensystem und meiner Körperverbindung gut tut.
Bis zum nächsten Modul, [accessally_user_firstname]!